Wie Journalisten Social Media nutzen

 

 

Wenn es um ihre Recherchen geht, bewegen sich Journalisten in den sozialen Netzwerken anders als gewöhnliche Internetnutzer: Twitter und Blogs nutzen sie etwa dreimal so häufig, Facebook und YouTube rufen sie hingegen deutlich seltener auf.

 

Bei den Journalisten liegt Wikipedia an der Spitze, fast die Hälfte von ihnen nutzt das Onlinelexikon häufig oder sehr häufig. Mit etwas Abstand folgen private soziale Netzwerke wie Facebook. Berufliche Netzwerke wie Xing und Fotocommunitys wie Instagram ziehen die befragten Journalisten für ihre Recherchen vergleichsweise selten heran.

 

Häufige und sehr häufige Nutzung sozialer Netzwerke¹ (in Prozent der Befragten):
(n=1.428)

 

Generell gilt: Je jünger ein Journalist ist, desto Social-Media-affiner ist er – mit Ausnahme von Wikipedia. Das Onlinelexikon ist der Kanal der Älteren, auf Facebook, YouTube, Twitter und in Fotocommunitys recherchieren vor allem die Jüngeren.

 

Häufige und sehr häufige Nutzung sozialer Netzwerke nach Alter¹ (in Prozent der Befragten):
(n=1.391)

 

Twitter und Blogs werden von Journalisten deutlich stärker genutzt als von der Allgemeinbevölkerung, aber auch unter Journalisten gibt es viele, die vor allem Twitter gar nicht nutzen: Fast die Hälfte der Befragten hat angegeben, Twitter nie zu nutzen. Wikipedia nutzt hingegen so gut wie jeder Journalist: Nur 1,5 Prozent rufen das Onlinelexikon nie auf.

 

Twitternutzung (in Prozent der Befragten):
(n=1.428)

 

Natürlich unterscheidet sich die Nutzung der sozialen Netzwerke auch nach Ressorts, für die die Journalisten arbeiten: Während Kulturjournalisten bei der Wikipedia-Nutzung ganz vorne liegen, wird Facebook vor allem von Sport- und Lokaljournalisten genutzt. Videoportale sind vor allem für Lifestyle- und Sportjournalisten von Interesse, Lokaljournalisten nutzen sie am wenigsten. Blogs spielen für Politik- und Wirtschaftsjournalisten die größte Rolle, Twitter vor allem für Politikjournalisten.

 

Häufige und sehr häufige Nutzung sozialer Netzwerke nach Ressorts¹ (in Prozent der Befragten):
(n=1.394)

 

Das Vertrauen in sämtliche Absender von Social-Media-Kanälen sinkt mit dem Alter. Einzige Ausnahme: wissenschaftliche Einrichtungen. Je älter ein Journalist ist, desto eher vertraut er Universitäten und Forschungseinrichtungen. Je jünger ein Journalist ist, desto eher vertraut er hingegen Parteien, Unternehmen – und anderen Journalisten.

 

Vertrauen in die Absender von Social-Media-Kanälen (in Prozent der Befragten):
(n=1.342)

 

Auch beim Geschlecht gibt es leichte Unterschiede: Während Männer Privatpersonen, anderen Journalisten und Parteien etwas mehr vertrauen, ist das Vertrauen von weiblichen Journalisten gegenüber wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Behörden und Regierungsstellen deutlich größer als das ihrer männlichen Kollegen.

 

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

 

¹ Items in Anlehnung an / Angaben zur Gesamtbevölkerung aus: Eimeren, Birgit van/Frees, Beate (2014): 79 Prozent der Deutschen online – Zuwachs bei mobiler Internetnutzung und Bewegtbild.“ Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014. In: Media Perspektiven, 7-8, S. 378-396; Angaben für 2014 (n=1.434) bzw. 2013 (n=1.389); Nutzung zumindest einmal wöchentlich.