Wo Journalisten recherchieren

 

 

Die meiste Zeit ihrer Arbeit verbringen die befragten hauptberuflichen Journalisten mit Recherche. Gleich dahinter folgen das Verfassen und Redigieren eigener Texte und – mit einigem Abstand – organisatorische und verwaltende Tätigkeiten.

 

Häufig und sehr häufig ausgeübte Tätigkeiten¹ (in Prozent der Befragten):
(n=Ø1.417)

 

Wichtigste Quelle für die Recherche ist für fast alle befragten Journalisten das Internet – mit Ausnahme der Lokaljournalisten: Sie ziehen persönliche und Telefongespräche vor. Pressematerialien nutzen sie von allen Journalisten am wenigsten. Bei Kultur- und Lifestyle-Journalisten verhält es sich genau umgekehrt, für sie spielen Internet und Pressematerialien eine deutlich wichtigere Rolle (wenngleich Pressematerialien auch bei dieser Gruppe nicht so wichtig sind wie Gespräche).

 

Besonders wichtige Recherchequellen nach Ressorts (in Prozent der Befragten):
(n=1.391)

 

Ein Blick auf die Journalisten aus den verschiedenen Mediensparten zeigt: Das Internet wird vor allem von Journalisten aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Onlinern als besonders wichtig eingeschätzt. Auf persönliche und Telefongespräche legen Zeitungsjournalisten besonders viel Wert. Pressematerialien werden vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk eher vernachlässigt.

 

Besonders wichtige Recherchequellen nach Mediensparten (in Prozent der Befragten):
(n=1.375)

 

Gut die Hälfte der befragten Journalisten nutzt das Internet zur gründlichen Recherche von komplexen Sachverhalten. Die meisten suchen dort nach Zusatzinformationen und beobachten die Nachrichten- und Themenlage. Letzteres gilt vor allem für jüngere sowie für Politikjournalisten.

 

Zwecke der Internet- und Social-Media-Nutzung² (in Prozent der Befragten):
(n=1.388)

 

Bei den Websites für den Rechercheeinstieg steht Google unangefochten an der Spitze. Andere Suchmaschinen wie DuckDuckGo, Ecosia und Ixquick wurden jeweils nur von etwa einem Prozent der Befragten angegeben. Auch Facebook und Twitter kommen gerade mal auf 1,2 beziehungsweise 1,4 Prozent.

 

Am häufigsten genutzte Website für den Rechercheeinstieg (in Prozent der Befragten):
(n=500)

 

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

 

¹ Frage in Anlehnung an: Weischenberg, Siegfried/Malik, Maja/Scholl, Armin (2006): Die Souffleure der Mediengesellschaft. Report über die Journalist_innen in Deutschland. Konstanz: UVK, S. 235f.

² Frage in Anlehnung an: Machill, Marcel/Beiler, Markus/Zenker, Martin (2008): Journalistische Recherche im Internet. Bestandsaufnahme journalistischer Arbeitsweisen in Zeitungen, Hörfunk, Fernsehen und Online. Berlin: Vistas.